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Stand: 01.02.2018

Pressemitteilung

Neustart für geflüchtete Menschen

Neustart für geflüchtete MenschenDie Initiatoren des Job-Lotsen-Projekts. Vorne im Bild Annette Witteborg-Voss (li.) und Wafa Hassan. Foto: Caritas

Wenn Menschen aus anderen Ländern in Deutschland Fuß fassen wollen, müssen sie eine Menge Hürden nehmen. Eine davon ist der Einstieg in das Berufsleben. Denn selbst wenn die deutsche Sprache sitzt, ist es gar nicht so einfach, ein eloquentes Bewerbungsschreiben hinzulegen oder sich im Vorstellungsgespräch gut zu verkaufen.

In Kooperation mit dem Jobcenter Arbeit Hellweg Aktiv (AHA) und der Gemeinde Lippetal sucht der Caritasverband im Kreis Soest e.V. daher jetzt erstmals so genannte Job-Lotsen. Also Ehrenamtliche, die Lust und Zeit haben, geflüchtete und jetzt arbeitssuchende Menschen bei der erfolgreichen Jobsuche zu helfen. "Besondere pädagogische Voraussetzungen sind nicht nötig", sagt Annette Witteborg-Voss, die in Lippetal schon seit längerer Zeit als Caritas-Ehrenamtskoordinatorin unterwegs ist und Fragen und Probleme von Flüchtlingshelfern gut kennt. Sie koordiniert das neue Projekt, unterstützt von der Sprachmittlerin Wafa Hassan (arabisch und kurdisch). Beide sitzen in Haus Biele in der Bahnhofstraße 15 in Lippetal-Hovestadt und stehen geflüchteten Menschen mit Rat und Tat zur Seite.

Wichtig sei vielmehr, dass man sich ca. zwei Stunden in der Woche Zeit nehmen kann und mit den vom Jobcenter zugewiesenen Flüchtlingen alles unternimmt, was mit der Arbeitssuche zu tun hat. Kleinere und größere Probleme im Alltag der Klienten sollten diese Interessierten nicht gleich aus der Bahn werfen. "Natürlich werden die Helfer dabei tatkräftig von Jobcenter und uns, der Caritas, unterstützt", verdeutlicht Annette Witteborg-Voss. So planen die Lotsen stets in Absprache mit dem Jobcenter, wie der Berufsweg der Geflüchteten aussehen kann. Vor allem gehe es dann darum, Behördengänge und -gespräche zu begleiten und zu helfen, Anträge auszufüllen. Genauso gehöre es dazu, Bewerbungen zu formulieren als auch nach Praktika und nach freien Arbeitsstellen Augen und Ohren offen zu halten. Ebenso können Vorstellungs- und Einstellungsgespräche vorbereitet werden.

Die Arbeit mit alldem solle der Ehrenamtliche den Schützlingen aber nicht abnehmen, vielmehr soll er Hilfe zur Selbsthilfe geben, so Witteborg-Voss weiter. Letztlich gehe es darum, seine Lebenserfahrung mit Geflüchteten zu teilen. "Wer das möchte, zuhören kann, Sorgen und Nöte dieser Menschen ernst nimmt und mit ihnen eine Zukunftsperspektive entwickeln möchte, ist für diese Aufgabe genau richtig."

Die Caritas selbst hat sich dabei zur Aufgabe gemacht, die Ehrenamtlichen für diese anspruchsvolle Aufgabe zu qualifizieren. Unter anderem erhalten die Interessierten ein interkulturelles Kompetenztraining, Infos zum Sozialgesetzbuch und Schulungen über das richtige Verhältnis von Nähe und Distanz. Zusätzlich bietet die Caritas ein "Sicherheitsnetz", heißt, es gibt regelmäßige Treffen, einen Versicherungsschutz sowie Aufwandsentschädigungen. Wer Interesse hat, meldet sich bei Annette Witteborg-Voss. Entweder telefonisch unter Tel.: 02923 980270, kommt einfach in der Bahnhofstraße 15 vorbei (donnerstags von 10h bis 11.30h) oder schickt eine Mail an witteborg-voss@caritas-soest.de