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Sechs zwischen Abitur und Studium

Franz Berntzen, Leiter der Integrativen heilpädagogischen Tagesstätte St. Barbara in Hultrop, kann dank der sechs BFDler weiterhin in jeder Gruppe familienähnliche Situationen anbieten: Es sind Erik Bollongino (2.v.l.) mit Sainab, Hanno Wilmer mit Zoe, Markus Grigowski mit Esma, Marvin Kraft mit Hakan, Fabian Krane mit Nour und Yannick Papenbrock mit David.

Kreis Soest. „Wir hatten in all den Jahren sechs Zivis. Jetzt haben wir sechs BFDler und können damit weiterhin in jeder Gruppe familienähnliche Situationen anbieten.” Um das, was Franz Berntzen, Leiter der Integrativen heilpädagogischen Tagesstätte St. Barbara, so locker-stolz beschreibt, darum wird er von anderen geradezu beneidet. Ihm gelang in der Caritas-Einrichtung in Hultrop das Kunststück, den Wechsel von den bisherigen Zivildienstleistenden zu Teilnehmern des Bundesfreiwilligendiensts bruchlos zu vollziehen. „Das ist eben Mundpropaganda”, sagt Berntzen, bei dem sich seit dem 1. August die sechs jungen Männer gemeldet haben. „Es sind wichtige Mitarbeiter für uns, die manche Lücke füllen.

Vor dem Studienbeginn "mal was mit Kindern machen" - das ist der rote Faden, der sich durch die Berichte der jungen Männer zieht. Da ist der 20-jährige Hanno Wilmer aus Wiltrop, der nach dem Abitur und einem zweimonatigen Urlaub in den USA  in der Igelgruppe des Kindergartens arbeitet: „Die soziale Schiene ist etwas für mich. Und es ist auch eine Herausforderung, mit behinderten Kindern zu arbeiten.” Mehr Zeit hat er nicht - heute ist er an der Reihe, das Essen zu holen.  Erik Bollongino (19) aus Hultrop, auf dessen Knien Sainab aus der Vogelgruppe interessiert zuhört, will  das BFD-Jahr zur Berufsorientierung nutzen: „Es ist hochinteressant, was ich hier erlebe. Dieses Jahr wird sich für mich auszahlen.” Auch Markus Grigowski aus Herzfeld bekam  von Freunden den Tipp, sich doch  im Kindergarten an der St. Barbara-Straße als BFDler zu bewerben. Nach dem Fachabitur wusste der 19-Jährige noch nicht, welchen Berufsweg er beschreiten soll: „Ich will einfach was anderes erleben und nicht sofort mit einer Ausbildung beginnen. Es gefällt mit gut hier und die Arbeit mit Kindern macht Spaß.

Der vierte im Bunde, Fabian Krane, wartet auf den Studienplatz im Fach Psychologie. 19 Jahre ist er alt, seit dem 1. September in Hultrop. Mit geübtem Griff nimmt er Nour auf den Arm, drückt sie an sich und zaubert ein strahlendes Lachen auf das Gesicht des kleinen Mädchens. „Das lernen alle ganz schnell”, weiß Franz Berntzen aus langjähriger Erfahrung. Der junge Soester jedenfalls bekommt in der Elefantengruppe genau das, was er sich erhofft hat: „Ich will ein Jahr lang ganz intensiv mit Menschen umgehen.” Als Ausgleich für das künftige Bachelor- und Master-Studium, das sehr schulisch strukturiert sein wird.

Es macht sehr viel Spaß, wenn man die Fortschritte der Kinder sieht.” Ein negatives Erlebnis? Nein, damit kann Yannick Papenbrock nicht dienen. Der 19-jährige Herzfelder und der kleine David aus der Bienengruppe verstehen sich prächtig. Davids Lächeln bestätigt die Worte: „Die Kinder  sind fast immer gut drauf.” Und wenn mal Tränen fließen, dann werden sie schnell getrocknet - nach zweieinhalb Monaten ist das kein Problem. Yannick Papenbrock, der sogar noch eine Musterung erlebte, wollte eigentlich Zivi werden. Der Zivildienst wurde Mitte des Jahres abgeschafft, der Bundesfreiwilligendienst eingerichtet. Auf die Möglichkeit, das BFD-Jahr im St. Barbara-Kindergarten zu absolvieren, darauf machten ihn Ehemalige aufmerksam. Als letzter schildert der 19-jährige Soester Marvin Kraft, wie er den Weg zu den Kindern in der Löwengruppe gefunden hat: „Bei einem Textil-Praktikum habe ich gemerkt, dass das nicht mein Ding ist. Jetzt habe ich den schulischen Teil fürs Fachabitur für Sozial- und Gesundheitswesen abgeschlossen. Nach dem Jahr hier als BFDler habe ich denn das Abitur in der Tasche.” Hakan, den er sicher auf den Knien hält, folgt aufmerksam seinen Worten: „Ich fühle mich hier sehr wohl, es macht Spaß. Und es ist mein Weg.

Neben der intensiven Arbeit mit den Kindern hat die Integrative heilpädagogische Tagesstätte St. Barbara aber auch andere Highlights zu bieten. Der Förderverein wird auch in diesem Jahr wieder den Glühweinstand zur Allerheiligenkirmes betreiben. Dass sich ehemaligen Caritas-Zivis hier treffen, ist selbstverständlich. Und diesmal sind auch die BDFler dabei.

Wer sich dafür interessiert, im nächsten Jahr als Bundesfreiwilligendienstler  in der Tagesstätte St. Barbara zu arbeiten, kann unter Telefon 02527/690 mit Franz Berntzen Kontakt aufnehmen. Oder einfach mal am Glühweinstand nachfragen.

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Caritas im Kreis Soest
Osthofenstraße 35a
59494 Soest

02921 / 35 90-0
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