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Vier für die Caritas

Melanie, Mutter Ute, Vater Ludwig und Ramona

Kreis Soest. Wenn Familie Bolley aus Altenrüthen sich über Arbeitgeber unterhält, dreht sich das Gespräch unweigerlich um die Caritas. Alle vier arbeiten im Dienst des Caritasverbands Kreis Soest: Mutter Ute Bolley ist ebenso wie Tochter Melanie Wittig Altenpflegerin im ambulanten Dienst der Sozialstation Rüthen, Vater Ludwig  fährt das Essen auf Rädern aus. Und als Tochter Ramona Bolley nach der Schulzeit vor der Frage stand, welche Beruf sie ergreifen sollte, gab es nur eins: Sie wurde Altenpflegerin wie Mutter und Schwester und unterschrieb vor vier Jahren den Vertrag beim Caritasverband, denn „Pflege und Kirche passen einfach gut zusammen.”

Dass alle vier Bolleys einmal die kirschroten Poloshirts mit dem Caritas-Logo tragen würden, war ursprünglich nicht geplant. Ute Bolley, gelernte technische Zeichnerin, versorgte die Familie, zu der schnell drei Söhne und zwei Töchter gehörten – Vater Ludwig arbeitete als Maurer –, bis eine rheumatische Erkrankung ihn in die Frührente zwang.
Damals hatte Tochter Melanie bereits am Pflegeseminar Geseke die Ausbildung zur Altenpflegerin begonnen und schlug Mutter Ute vor, doch ebenfalls diese Ausbildung zu absolvieren. „Nach  zwanzig Jahren hätte sie wohl als technische Zeichnerin nicht mehr weitermachen können”, schätzt Tochter Ramona die Chancen der Mutter ein.

Es muss daheim am Abendbrottisch viel über Ausbildung und Beruf gesprochen worden sein. Denn als die heute 26-jährige  Ramona Bolley vor der Frage stand, was sie einmal werden will, stand fest: „Ich werde auch Altenpflegerin”. Eine Entscheidung, die für sie total richtig war: „Wir sind eine sehr herzliche Familie und haben keine Probleme.” Auch Ramona Bolley besuchte die Geseker Schule und absolviert hier ihre dreijährige Ausbildung. Mit 20 Jahren machte sie das Examen und ging danach für eineinhalb Jahre nach Bochum. Doch schnell wurde ihr klar: So fern von Rüthen und fern der Familie, das war nichts. Für 400 Euro heuerte sie zuerst bei der Caritas an „Weil ich unbedingt dahin wollte. In Bochum hat mir das Menschlich-Herzliche gefehlt.” 

Seit 2007 nun hat sie einen Full-Time-Job als Altenpflegerin. Der Schreibtisch steht in der Sozialstation in Belecke, wohin die engagierte junge Frau nachmittags zur Dokumentationsvisite kommt. Die Vormittage sind mit den Besuchen bei ca. 15 bis 20 Patienten gefüllt. Sie setzt Spritzen, wechselt Verbände, legt täglich rund 30 Kilometer zurück. Und findet immer noch Zeit zum Gespräch. „Der Vorzug bei der Caritas ist, dass man sich Zeit nehmen kann, für Patienten und für Angehörige. Da ist man den Menschen wesentlich näher.” Weiterbildung wird groß geschrieben: Ihr Platz im Pflegedienstleitungskurs ist schon gebucht. Auch bei der Frage, wie die berufliche Weiterbildung mit einer möglichen Familiengründung unter einen Hut zu bringen sei, half der Familienrat weiter.

Im Bereich  der Nachbarstation Rüthen wissen sich die Patienten bei den drei anderen Bolleys in besten Händen. „Manchmal wird mir bei einer Visite am Abend gesagt, dass am Morgen schon meine Tochter und mittags mein Mann da war“, berichtet Ute Bolley. Und sie wundert sich schon längst nicht mehr, wenn sie einen Satz wie „Ihrem Mann ging es gestern aber nicht so gut“ hört.

Bevor Ute Bolley und später auch Ehemann Ludwig ihren Arbeitsvertrag bei der Caritas unterschrieben, überlegten sie es sich gut, ob diese enge Zusammenarbeit dem häuslichen Frieden bekommen würde. „Wir haben es eben ausprobiert und es hat geklappt”, erklärt Ute Bolley und Tochter Melanie steuert bei: „Im Teamgespräch ist sie meine Kollegin, zuhause meine Mutter.” Die enge Verzahnung von Berufs- und Privatleben, die sich bei einem gemeinsamen Arbeitgeber  und gemeinsamen Einsatzort nicht vermeiden lässt, hat Vorteile nicht nur für die Patienten. Auch die dritte Generation kennt sich in der Sozialstation aus. Wenn nämlich Oma Utes Dienst endet und der von Joys Mutter Melanie Wittig beginnt, dann kann es schon vorkommen, dass die Sechsjährige in der Sozialstation „übergeben” wird.

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Caritas im Kreis Soest
Osthofenstraße 35a
59494 Soest

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