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Integration - Was ist das?
"Dass Behinderung nur als Verschiedenheit aufgefaßt wird, ist das Ziel, um das es gehen muss. In der Wirklichkeit freilich ist Behinderung nach wie vor die Art der Verschiedenheit, die benachteiligt wird. Es ist eine schwere, aber notwendige, eine gemeinsame Aufgabe für uns alle, diese Benachteiligung zu überwinden."
(Richard von Weizäcker).
Seit Anfang der achtziger Jahre steht das Thema "Integration" im Mittelpunkt der pädagogischen Diskussion. Doch was heißt das eigentlich? Integration kommt von dem lateinischen Wort "integrare". Dies bedeutet, dass etwas zusammengefügt werden soll, das vorher getrennt war. Man könnte somit auch von Nichtaussonderung, Normalisierung oder Aufhebung von Isolation sprechen. Im pädagogischen Alltag bezeichnet man die gemeinsame Betreuung und Erziehung behinderter und nichtbehinderter Kinder in einer Einrichtung mit dem Fachbegriff "Integration".
Bei allen Formen integrativen Arbeitens kommt es darauf an, den Bedürfnissen der Kinder mit und ohne Behinderung gleichermaßen gerecht zu werden. Jeder Mensch wird als ganze Person betrachtet und mit all seinen Schwächen und Fähigkeiten akzeptiert.
"Als Behinderte gelten Personen, die infolge einer Schädigung ihrer körperlichen, geistigen oder seelischen Funktionen soweit beeinträchtigt sind, dass ihre unmittelbaren Lebensverrichtungen oder ihre Teilhabe am Leben der Gesellschaft erschwert werden." (Bleidick, U.: Einführung in die Behindertenpädagogik, Stuttgart, 1981, S. 9).
Bei der Integration von Nichtbehinderten und Behinderten lernen die Kinder im Umgang miteinander, mit den Einschränkungen jedes einzelnen umzugehen und sie positiv in der Gemeinschaft zu nutzen. Die gemeinsame Erziehung fördert so die gegenseitige Akzeptanz von Nichtbehinderten und Behinderten, und so können sie gemeinsam miteinander und voneinander lernen.
Für Eltern nichtbehinderter Kinder stellt sich immer wieder die Frage, ob es auch Vorteile für ihre Kinder gibt? Oftmals besteht eine gewisse Unsicherheit, dass ihre Kinder durch die gemeinsame Erziehung in ihrer Entwicklung gehemmt werden könnten. Unsere bisher gesammelten praktischen Erfahrungen und unzählige Erfahrungsberichte bereits bestehender Einrichtungen, sowie wissenschaftlich fundierte Untersuchungen können diese Befürchtungen allerdings nicht bestätigen. Integrative Einrichtungen bieten allen Kindern zusätzlich die Möglichkeit, durch das tägliche Miteinander wichtige Verhaltensweisen wie Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft und Toleranz in besonderer Weise zu erlernen. Dies wirkt sich positiv auf das Sozialverhalten der Kinder mit und ohne Behinderung aus. Somit ist ein wesentliches Lernziel der Vorschulpädagogik leichter zu erreichen. Sowohl die behinderten als auch die nicht behinderten Kinder können somit von der integrativen Erziehung profitieren.
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