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OGS-Mitarbeiter zur Demonstration nach Düsseldorf

OGS-Mitarbeiter zur Demonstration nach Düsseldorf

Um 8.30 Uhr starteten rund 40 OGGS-Mitarbeiterinnen und ein Mitarbeiter mit dem Bus und einem überdimensionalen T-Shirt Richtung Landeshauptstadt. Begleitet wurde sie von vier Mitarbeitern der OGGS Suttrop (Forum Jugendarbeit).

Mochte der Himmel an diesem Tag Regenmassen ausschütten, die Gruppe aus dem Kreis Soest verfolgte aufmerksam die vielen Beiträge auf der Bühne und vernahm mit Genugtuung, dass sich Schulministerin Yvonne Gebauer und Familienminister Joachim Stamp (beide FDP) für die geforderte auskömmliche Finanzierung und landeseinheitliche Standards einsetzen wollen.

Das überdimensionierte T-Shirt mit seinem Kampagne-Logo und vielen Forderungen fand seinen Platz auf einer der vielen Wäscheleinen, die mit ähnlichen (wenn auch wesentlich kleineren T-Shirts) den Landtag gegenüber gespannt worden waren. So konnte kein Politiker, keine Politikerin, die zur Sitzung strebten, die Forderungen der rund 2500 Demonstranten übersehen.

Alle Träger zusammen (AWO, Caritas im Kreis Soest, Diakonie Ruhr-Hellweg, Forum Jugendarbeit und der Paritätische Wohlfahrtsverband) wollen die gesammelten Unterschriften, die im Lauf der letzten Monate bei Aktionen im Kreis Soest zusammenkamen,  in der vorletzten Ferienwoche den heimischen  Landtagsabgeordneten übergeben.

Aktuell

Auch Caritas fordert: Gute OGS darf keine Glückssache sein

Sandra Hollek - OGS

Etwa 80 Prozent der Offenen Ganztagsschulen werden von Trägern der Freien Wohlfahrtspflege organisiert. Im Kreis Soest betreut der Caritasverband mittlerweile seit mehr als 10 Jahren an elf Grundschulen verlässlich insgesamt  500 Grundschüler.

Die Kampagne "Gute OGS darf keine Glückssache sein" richtet sich an das Land NRW und möchte mit landesweiten Aktionen auf die aktuelle Situation der OGS aufmerksam machen. Gefordert werden eine deutliche Verbesserung der  Rahmenbedingungen, die verbindliche Festlegung von Standards sowie eine ausreichende Finanzierung, um Qualität zu sichern und um Standards auszubauen.

Nach der Eröffnung der Kampagne Anfang März 2017 in Essen, an der auch Caritas-Koordinatorin Sandra Hollek teilnahm, werden nun die OGS Teams, Schüler und Eltern mit eigenen Ideen und Aktionen die Öffentlichkeit informieren und sich für die Verbesserung der Rahmenbedingungen einsetzen. Geplant sind ebenfalls gemeinsame Aktionen mit anderen Trägern innerhalb des Kreises Soest, um eine breite Öffentlichkeit zu erreichen.

 

Weitere Informationen zur Kampagne finden Sie im Faltblatt und auf der Internetseite zur Kampagne.

 

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OGGS-Kampagne nimmt Fahrt auf

OGGS-Kampagne nimmt Fahrt aufSie brachen eine Lanze für die bessere finanzielle Förderung des Offenen Ganztags: (v. l.) Gudrun Brandes (Forum Jugendarbeit Warstein), Brigitte Rendelsmann (OGGS Walburgisschule Werl, AWO), Irene Düring (Diakonie Ruhr-Hellweg), Kerstin Weitemeier (Die Paritätische) und Burgis Korte (Caritas im Kreis Soest, Fachbereichsleitung Leben und Lernen)

Solidarität mit den Kindern, die landesweit eine Offene Ganztagsgrundschule besuchen; Solidarität mit Mitarbeitern und Trägern, die 14 Jahre nach dem OGGS-Stapellauf auf eine deutliche Erhöhung der Fördermittel bestehen und sie anfordern.

Verlässliche Rahmenbedingungen für den Offenen Ganztag: Das ist das Ziel der Kampagne "Gute OGS darf keine Glückssache sein", die die Arbeitsgemeinschaft der  Freien Wohlfahrtsverbände NRW ins Leben gerufen hat und die mit der regionalen Auftaktveranstaltung in Soest  kämpferisch begann.

Die Träger der Offenen Ganztage im Kreis Soest und im Hochsauerlandkreis hatten dazu Mitarbeiter, Eltern, Schulleiter/innen, Lehrer/innen, Politiker und Vertreter der Kommunen eingeladen. Das könnte als Pose gesehen werden, um den aktuellen NRW-Landtagswahlkampf zu nutzen. Wenn nicht, ja wenn nicht die Zahl der Nachfolgetermine deutlich darauf hinweist, dass hier mehr im Spiel ist als bloße Ausnutzung der Gelegenheit.

Vor der großen Abschlusskundgebung am 12. Juli in Düsseldorf werden in mehreren Outdoor-Veranstaltungen die Bürger informiert. Dort werden die Veranstalter Zahlen nennen und z. B. von den 2000 Kindern berichten, die im Kreis Soest und Hochsauerlandkreis den jeweiligen Offenen Ganztag besuchen.

Träger sind die AWO, die Caritas im Kreis Soest, die Diakonie Ruhr-Hellweg, das Forum Jugendarbeit und der paritätische Wohlfahrtsverband. So betreibt die Caritas - das berichtete Fachbereichsleiterin Burgis Korte - im Kreis Soest elf Offene Ganztagsschule mit insgesamt 550 Kindern.

 

Sie war dabei, als vor 14 Jahren der Offene Ganztag in Nordrhein-Westfalen ins Leben gerufen wurde. Eine willkommene Neuerung, die den Kindern eine liebevolle, qualitätsvolle und sichere Zeit zwischen Unterrichtsende und Heimweg garantiert.

Und eine Neuerung, die den Eltern Planungssicherheit für das Familien- und Berufsleben sichert. Durchaus also ein Erfolgsmodell. Wenn die Ausrichtung der notwendigen finanziellen Unterstützung  den steigenden Kinderzahlen angepasst worden wäre!

Mit einer Summe, die vor 14 Jahren für eine OGS mit einer Betreuungsgruppe reichte, kann doch eine OGS mit  z. B. zwei Gruppen nicht auskommen. Also müssen die Träger Jahr für Jahr mit den Kommunen verhandeln - auch das bindet Zeit.

Mit der Kampagne "Gute OGS darf keine Glückssache sein", wollen die Träger der Offenen Ganztage erreichen, dass landesweit verbindliche Mindeststandards  festgelegt werden. Das beinhaltet eine auskömmliche Finanzierung für die Bereiche Personal sowie  für die  räumliche und sachliche  Ausstattung.

Damit Kindern in Kommunen mit  Haushaltssicherungskonzept ebenso gefördert werden wie Kinder in reichen Städten wie Düsseldorf, müssen die festgelegten Standards gesetzlich verankert werden.

Wer noch  Zweifel hatte, wurde bei der Auftaktveranstaltung aufgeklärt: Von mangelnder Ausstattung berichteten die OGGS-Mitarbeiterinnen, von  Gruppenräumen, die nicht ausreichen, von Küchen, in denen - für 20 Kinder geplant - heute für 60 Kinder gesorgt wird.

Sie berichten von öden und grauen Außenanlagen, in denen selbst der Sand nicht regelmäßig gewechselt wird, während nebenan in der Kita ein neues Spielzeug neben dem anderen steht. "Natürlich dürfen unsere OGGS-Kinder da mal rauf", berichtete eine der Expertinnen mit ironischer Fröhlichkeit. "Aber nur, wenn die Kita selbst die Anlage nicht braucht.

Das ist in der Mittagszeit - da aber schlafen die Kita-Kinder und wir müssen ruhig sein." Anja Wette, die für die Caritas die  OGGS in Wickede und Werl leitet, berichtet vom fünfjährigen Kampf in der Schule um ein eigenes Büro: "Wer gute Arbeit leisten soll, braucht auch gute Räume, um diese Arbeit vorzubereiten."

Barbara Lietzke von der OGGS Körbecke und Günne lenkte den Blick auf die Arbeitszeiten: "Die Finanzierung der OGGS  bezieht  sich auf die Zahl der Schultage. Für eine OGGS aber kommen viel mehr Stunden dazu,  allein Brückentage und Lehrerfortbildungstage. Dazu kommt: Wir betreuen die Kinder auch in den Ferien." 

Eine andere fasste es so zusammen: "KiBiz und Kita stehen auf jeder Agenda. Von der OGGS habe ich das nicht gehört." Und wer da immer noch zweifeln wollte, wurde mit Blick auf die aktuellen Berechnungen der Wohlfahrtsverbände aufgeklärt: Allein die laufenden Kosten für einen Mindeststandard belaufen sich auf rund das Doppelte der Kosten, die vor 14 Jahren veranschlagt wurden. Sie werden durch die derzeitige Sockelfinanzierung durch das Land nicht einmal zur Hälfte gedeckt.

Dass die OGGS-Träger trotz aller Engpässe nicht aufgeben, liegt an der guten Zusammenarbeit mit den Kommunen. Sie können die finanziellen Engpässe des  Offenen Ganztags nicht ausmerzen, leisten aber Hilfestellung, wo sie können. Und sie loben das Engagement: "Im Offenen Ganztag wird im Rahmen des Möglichen hervorragende Arbeit geleistet."

Vergleiche zog eine aufmerksame Tagesmutter: "Es ist ungerecht, dass die Tagesmütter, die die Zweijährigen betreuen, nur einen Antrag stellen müssen und schon bekommen sie das Geld. Auch die Institutionen müssen gefördert werden, die die älteren Kinder betreuen."

Burgis Korte fand ein schönes Schlusswort: "Es ist wichtig, dass wir hier zusammensitzen und uns solidarisieren. Und es ist schön, dass auch die Vertreter der Kommunen ihre Solidarität zeigen. Das ist ein Anfang hier im Kreis Soest. Eine Initialzündung. Wir müssen jetzt gemeinsam dafür sorgen, dass die Botschaft in Düsseldorf ankommt."