Alten- und Krankenpflege

Palliativpflege

Wenn sie ein "zu Hause" haben, möchten die meisten alten und kranken Menschen dort bleiben. Dies gilt besonders auch dann, wenn eine Heilung von schwerer Krankheit nicht mehr möglich ist und die Lebenszeit eng begrenzt ist. Die Autonomie und Würde des Patienten sind in einem gut funktionierenden Zuhause gesichert, wenn eine gute Palliativbehandlung für die Linderung von Schmerzen und anderen belastenden Symptomen sorgt. Palliativpflege leitet sich ab vom lat. Wort pallium (~Mantel), was den behütenden und schützenden Aspekt der Pflege betont.

Die Caritas Alten- und Krankenpflege im Kreis Soest hat als erster Pflegedienst die Anerkennung als ambulanter Palliativpflegedienst im Kreis Soest seitens der Landespflegekassen erhalten. Damit wird die ambulante Pflege der Caritas-Sozialstationen besser befähigt, durch mehr Zuwendung den Patienten und ihren Angehörigen bei der Krankheitsbewältigung zu helfen und ihnen eine Verbesserung ihrer Lebenssituation zu ermöglichen.

Dr. med. Thomas Hamm (Mitglied im Caritas Aufsichtsrat)

Was verstehen wir unter Palliativpflege?

Die ambulante Palliativpflege beginnt nicht erst am Ende des Lebens, sondern ab dem Zeitpunkt, wo nur noch eine kurze Lebenserwartung diagnostiziert ist. Hier beginnt die Pflege und Begleitung durch das ambulante Palliativpflegeteam unserer Caritas-Sozialstationen, wenn die kurative (kurativ ist definiert als heilend, auf Heilung ausgerichtet) Medizin abgeschlossen und die palliativmedizinische Versorgung beginnt.

Da die Lebenserwartung in der Regel nur noch sehr kurz ist, ist das oberste Gebot in der Pflege der Erhalt der Lebensqualität des Patienten und die Symptombehandlung. Durch die begrenzte Lebenserwartung kommt es häufig zu einer Verschiebung von Prioritäten, Bedürfnissen und Werten seitens des Patienten. Unser Ziel ist es, die letzten Tage des Patienten so angenehm wie möglich zu gestalten und ihm den Verbleib in der eigenen Wohnung zu ermöglichen. In der verbleibenden Zeit soll der Patient und seine Familie aus ganzheitlicher Sicht die optimale Pflege und Betreuung erhalten.

Die Begleitung der Angehörigen und ihre Unterstützung in dieser schwierigen Situation ist für uns eine wichtige Aufgabe. Die Angehörigen sollen auf den nahen Tod vorbereitet werden. Dazu gehört auch eine Vorbereitung und Begleitung bei dem, was sie in der Sterbephase des Patienten erleben werden. Selbstverständlich sind das gemeinsame Abschiednehmen und die Begleitung auch nach dem Tod des Patienten.

Ambulante Palliativpflege - eine Begriffserklärung

Der Begriff "Palliativ" kommt aus dem Lateinischen und stammt von Pallium (lat.) = Mantelartiger Überwurf ab. So soll Palliativpflege den Patienten umhüllen und schützen.

Palliativ steht heute im Gegensatz zu Kurativ (Kurativ ist definiert als heilend, auf Heilung ausgerichtet). Die WHO definiert Palliative Care als:

"Palliativversorgung ist die aktive totale Pflege von Patienten, deren Krankheit nicht auf eine kurative Behandlung anspricht. Die Kontrolle des Schmerzes, von anderen Symptomen und von psychologischen, sozialen und spirituellen Problemen hat höchste Priorität. Das Ziel von Palliativpflege ist die Erreichung der bestmöglichen Lebensqualität für Patienten und ihre Familien. Viele Aspekte der Palliativpflege sind auch schon in frühen Stadien einer Krankheit, etwa in Verbindung mit einer Krebstherapie anwendbar.

Palliativversorgung

  • bestätigt das Leben und versteht den Tod als normalen Prozess;
  • will den Tod weder beschleunigen noch verschieben;
  • liefert Linderung von Schmerz und anderen bedrückenden Symptomen;
  • integriert die psychologischen und geistlichen Aspekte der patientenzentrierten Pflege;
  • bietet ein Unterstützungssystem an, um dem Patienten zu helfen, so aktiv und selbstbestimmt wie möglich bis zum Tode zu leben;
  • bietet ein Unterstützungssystem an, um der Familie während der Krankheit des Patienten ihrem eigenen Trauerfall zu helfen.
  • Strahlentherapie, Chemotherapie und Operationen haben einen festen Platz innerhalb der Palliativpflege, vorausgesetzt, dass die symptomatischen Nutzen der Behandlung die Nachteile der Behandlung eindeutig überwiegen. Enthüllende Verfahren sind auf ein Minimum zu beschränken."

Unsere Leistungen

  • Durchführung einer vorbeugenden, mit dem Hausarzt oder einem Palliativarzt individuell abgestimmten Schmerztherapie
  • Grund- und Behandlungspflege
  • Umfassende Symptomkontrolle
  • Psychosoziale Begleitung
  • Portversorgung
  • Beratung zur Patientenverfügung
  • Verhandlungen mit den Kostenträgern
  • Letzter Dienst am Verstorbenen / Verabschiedung
  • Trauerbegleitung, Religiöse Angebote

"Das Sterben eines Menschen bleibt als wichtige Erinnerung zurück bei denen, die weiterleben. Mit Rücksicht auf sie, aber auch aus Rücksicht auf den Sterbenden, ist es unsere Aufgabe, einerseits zu wissen, was Schmerz und Leiden verursacht, andererseits zu wissen, wie wir diese Beschwerden effektiv behandeln können. Was immer in den letzten Stunden eines Menschen geschieht, kann viele bestehende Wunden heilen, es kann aber auch als unerträgliche Erinnerung verbleiben, die den Weg durch die Trauer verhindern."


Cicely Saunders

Netzwerkpartner

Zurzeit arbeiten wir insbesondere mit den folgenden Partnern zusammen: 

  • Dr. Bergmann, Facharzt für Palliativmedizin
    Ambulanter Hospizdienst am Ev. Krankenhaus
    c/o Dr. Bergmann, Wiedenbrückerstraße 33, 59555 Lippstadt
    Tel.: 02941/ 67-14 04, -21 90
  • Dr. Hamm, Kloster Paradiese
    Im Stiftsfeld 1, 59494 Soest;
    Tel.: 02921/ 36 100
    www.kloster-paradiese.de
    E-Mail: info@kloster-paradiese.de
  • Hospizbewegung im Kreis Soest e. V.
    c/o Fr. Neugebauer, Widumgasse 5, 59494 Soest
    Tel.: 02921/ 391 33 20; Rufbereitschaft: 0172/ 2 33 04 48
    www.hospizbewegung-soest.de
    E-Mail: dneugebauer@hospizbewegung-soest.de
  • Hospiz-Initiative Erwitte / Anröchte e. V. "Lebensbegleitung bis Zuletzt"
    c/o Fr. Carmen Grano, Von-Droste-Straße 14, 59597 Erwitte
    Tel.: 02943/ 89 06 55
    www.marien-hospital-erwitte.de
    E-Mail: stiftung@marien-hospital-erwitte.de