Neue Werler Tafel im Norberthaus feierlich eingesegnet
Freude über Einsegnung der neuen Werler Tafel im Norberthaus (von links): Propst Michael Feldmann, Propst Dietmar Röttger, Tafelleitung Andrea Sauer, Bürgermeister Torben Höbrink, Caritas-Bereichsleiter Georg Karbowski, Caritas-Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Thomas Hamm und Caritas-Vorstand Lutz Gmel. Foto: Marcus Bottin
Caritas-Vorstand Lutz Gmel begrüßte zahlreiche Ehrengäste, Ehrenamtliche und Umbau-Helfer zur Einweihung. Nach den kleinen Kellerräumen im Caritas-Kaufhaus in der Siederstraße sei das Norberthaus eine deutliche bauliche Verbesserung. Nicht nur könne hier der Tafelbetrieb besser bewerkstelligt werden, das neue Domizil vermittele zudem sowohl Kunden der Tafel als auch den Ehrenamtlern, die dort arbeiten, dass sie wertgeschätzt werden. Sein besonderer Dank galt all den ehrenamtlich Helfenden, ohne deren Unterstützung eine Tafel in dieser Form nicht möglich wäre.
Propst Michael Feldmann fühlte sich in den modernisierten Räumen des Norberthauses an den Kölner Pfarrer Franz Meurer erinnert, der gerne betont, wo Armut herrsche, solle es nicht ärmlich aussehen. Die Räumlichkeiten seien noch schöner geworden als sie es vorher schon waren - und auch heller. Sein Wunsch: Dieses Haus solle helfen, Gottes Auftrag zu erfüllen, den Mitmenschen in christlicher Nächstenliebe zu begegnen.
Auch Bürgermeister Torben Höbrink stellte die Ehrenamtlichen in den Mittelpunkt: "Sie sorgen dafür, dass Menschen auch mit geringen Einkommen unterstützt werden, und sie kämpfen vor allen Dingen durch das Zusammenkommen hier vor Ort gegen Einsamkeit von Betroffenen. Sie zeigen, dass die vermeintlich am Rand der Gesellschaft stehenden Menschen in der Wallfahrtsstadt Werl eben nicht an diesem Rand stehen, sondern Teil unserer Stadtgesellschaft sind."
Caritas-Bereichsleiter Georg Karbowski erwähnte besonders den Einsatz des Inklusionsbetriebs CariFix, dessen Mitarbeitende maßgeblich an der Renovierung der Räume mitgewirkt und den kompletten Verkaufsraum gestaltet haben. Sein Dank galt allen Unterstützern der Werler Tafel sowie Andrea Sauer, die sich als Tafelleitung bei dem Umzug besonders engagiert habe. Als besonderes Glück wertete er die finanzielle Unterstützung durch das WDR2-Weihnachtswunder. Die neue Bestuhlung des Saales habe man sich nur in dieser schönen Form erlauben können, weil die Werler Tafel 10.000 Euro Förderung aus dem Erlös der Radio-Spendenaktion erhalten habe: "Darüber sind wir sehr froh."
Tafelleiterin Andrea Sauer präsentierte aktuelle Zahlen, die zeigen, wie groß der Bedarf ist und wie wichtig die Unterstützung für viele Familien ist: Aktuell versorgt die Werler Tafel 635 Bedarfsgemeinschaften mit 968 Erwachsenen und fast 500 Kindern. Um diese Herausforderung zu meistern, gibt es sieben feste Ausgabezeiten in der Woche. Die große Mehrheit der Kunden sind Bezieher von Bürgergeld. Hinzu kommen Bezieher von Leistungen nach Grundsicherung - überwiegend Menschen, bei denen die eigene Rente nicht ausreicht. Auch sie dankte den Ehrenamtlichen, allen Spenderinnen und Spendern sowie den Partnern für die Unterstützung. "Sie alle machen die Tafel zu einem Ort der Solidarität, der Menschlichkeit und der Hoffnung."
Propst Dietmar Röttger aus Soest wies in seiner Funktion als Dechant des Dekanats Hellweg auf einen anderen Aspekt hin: Der Tafelumzug ins Norberthaus sei ein sehr gelungenes Beispiel für die Transformation der Kirche. Die Tafel der Caritas ziehe in ein Haus ein, das jahrelang ein Ort klassischen Gemeindelebens war. Und als neue Heimat des sozialen Einkaufsmarktes bleibe es ein Ort gelebter christlicher Nächstenliebe auch im Sinne des Evangeliums. Dazu gratuliere er ganz herzlich.