Gute Bezahlung lockt immer mehr Menschen in die Pflegeberuf – sehr gute Ausbildung lockt Azubis an den CariCampus
Diesen bundesweiten Trend sieht Melanie Flöing auch am CariCampus, der Pflegeschule der Caritas im Kreis Soest. "Unsere Schülerzahlen entwickeln sich sehr gut", so die Schulleitung. "Zurzeit haben wir knapp 100 Schülerinnen und Schüler in der dreijährigen generalistischen Pflegeausbildung. Dazu kommen noch einmal 26 in der einjährigen Ausbildung zur Pflegefachassistenz."
Gründe für diese positive Entwicklung gibt es etliche. "Immer mehr junge Menschen entscheiden sich aktiv für eine Pflegeausbildung, weil sie erkannt haben, dass es ein spannendes Aufgabenfeld ist und ein sehr krisensicherer Job", sagt Melanie Flöing. Auch mache die zunehmende gesellschaftliche Anerkennung des Pflegeberufs die Tätigkeit interessanter. Großen Anteil an der Attraktivitätssteigerung haben zudem die inzwischen guten Gehaltsperspektiven.
Die Zeiten, in denen Pflegekräfte eher schlecht bezahlt wurden, sind vorbei. Aktuelle Vergleichszahlen, die der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland (VKAD) und die Caritas Dienstgeber (DGS) nun veröffentlicht haben, zeigen, dass die Altenpflege im Vergleich zu anderen Branchen, wie beispielsweise Mechatronik, überdurchschnittlich vergütet wird. Konkret verdienten Pflegefachfrauen und -männer aller Träger im Schnitt 4319 Euro und hängten damit die Mechatronik (Schnitt 4088 Euro) und auch den Durchschnitt aller Berufe (3869 Euro) deutlich ab. Besonders gut schneidet in der Pflegebranche die Caritas als Dienstgeber ab. Fachkräfte verdienen dort mit 4407 Euro noch einmal fast 100 Euro mehr als der Branchenschnitt.
Bettina Wiebers, Vorstand der Caritas im Kreis Soest, überraschen diese Zahlen nicht: "Das zeigt deutlich, wie wichtig uns die Mitarbeitenden in diesem Berufsfeld sind. Die Arbeit in der Pflege ist von unschätzbarem Wert für die Gesellschaft. Die Caritas setzt sich seit jeher und weiterhin nachhaltig für eine faire und überdurchschnittliche Entlohnung ihrer Pflegekräfte ein. Das ist ein wichtiger Schritt, um den Pflegeberuf aufzuwerten und Nachwuchskräfte für die Pflege zu begeistern."
In diesem Sommer schließt der allererste Kurs am CariCampus die dreijährige Pflege-Ausbildung ab. Von 26 gestarteten Auszubildenden stehen 21 nun kurz vor dem Examen. Melanie Flöing freut sich über die geringe Fluktuation in den Kursen. Ganz ohne Abgänge geht es aber nicht. "Manche stellen fest, dass der Job doch nicht das richtige für sie ist. Für andere erweisen sich die Anforderungen als zu hoch", erläutert die Schulleiterin. "Wir fördern unsere Schülerinnen und Schüler nach Kräften und bieten vielfältige Unterstützungsangebote, aber die Pflege ist eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe - und entsprechend anspruchsvoll ist die Ausbildung."
Melanie Flöing weiß: "Es hat sich rumgesprochen, dass Pflegefachkräfte inzwischen generell richtig gut bezahlt werden und die Caritas noch einmal deutlich mehr zahlt der Durchschnitt aller Träger in der Pflege. Für die Menschen, die in Deutschland Pflege benötigen, sind die steigenden Azubizahlen eine sehr gute Nachricht."
Übrigens: Für die Versorgung pflegebedürftiger Menschen sind neben Fachkräften auch Hilfskräfte unverzichtbar. Bei ihnen wirkt sich das Caritas-Vergütungsniveau besonders positiv aus. Ungelernte Mitarbeitende erreichten 2025 durchschnittlich 3.564 Euro brutto im Monat, Mitarbeitende mit einjähriger Qualifikation 4.007 Euro. Laut Vergleich verdienen Hilfskräfte der Caritas damit bis zu 800 Euro mehr als Beschäftigte bei anderen Trägern der Langzeitpflege.
Deutliche Unterschiede zeigen sich auch bei den Ausbildungsvergütungen: Auszubildende zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann starten bei der Caritas mit 1.416 Euro brutto und liegen im Durchschnitt über die gesamte Ausbildungszeit bei 1.490 Euro. Damit überschreiten sie regelmäßig die Vergütungen vieler gewerblicher, technischer und kaufmännischer Ausbildungsberufe.
