Im Dialog bleiben: Gespräch mit MdL Jörg Blöming über Förderung der sozialen Infrastruktur
Landtagsabgeordneter Jörg Blöming (2. von links) im Gespräch mit Vertreterinnen der AGFW (von links) Bettina Wiebers (Caritas), Kerstin Weitemeier (Paritätischer), Melania Neumann (Rotes Kreuz) und Jacqueline Bartz (Arbeiterwohlfahrt). Foto: Marcus Bottin
Im Gespräch mit der Arbeitsgruppe Freie Wohlfahrtspflege im Kreis Soest und der Stadt Lippstadt machte der Landtagsabgeordnete Jörg Blöming (CDU) deutlich, dass freie Träger ausdrücklich in den Kreis der Empfänger dieser Fördergelder einbezogen seien. Allerdings warb er um Geduld: Das Programm laufe über zwölf Jahre, und die Förderrichtlinien würden gerade erarbeitet. "Es würde uns sehr freuen, wenn wir da auch gesehen werden", sagte Caritas-Vorstand Bettina Wiebers.
Kerstin Weitemeier, Geschäftsführerin Paritätischer - Kreisgruppe Soest/Hochsauerlandkreis, wies als Gastgeberin des Gesprächs darauf hin, dass gerade im Bereich des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) hoher Handlungsbedarf bestehe. Endlose Personalverordnungen und zu viel Bürokratie erschwerten die tägliche Arbeit mit Kindern enorm. Das ganze System sei extrem kompliziert geworden. Jörg Blöming verwies darauf, dass bereits in den vergangenen Jahren sehr viel Geld in das System geleitet wurde. Die aktuelle Novellierung des Gesetzes zielt besonders auf eine Stabilisierung des Systems ab, um die Verlässlichkeit für Einrichtungen und Eltern gleichermaßen zu erhöhen. Wichtig sind für ihn immer die Rückmeldungen aus der Praxis. Seine Bitte "Geben sie mir Input - ich leite ihn weiter."
Jacqueline Bartz, Fachbereichsleiterin Migration und Soziale Arbeit AWO Unterbezirk Hochsauerland/Soest, appellierte daran, die Träger sozialer Dienste bei politischen Entscheidungen stets zu beteiligen. Die gesellschaftliche Wahrnehmung sei aktuell sehr negativ und einer neuen Umfrage zufolge rechnen 82 Prozent aller sozialen Einrichtungen damit, mangels ausreichender Finanzierung zukünftig Dienste reduzieren oder ganz einstellen zu müssen. "Wir Träger der freien Wohlfahrtspflege sind in unseren Beratungsstellen ohnehin schon mit hohen Eigenanteilen belastet", ergänzte Bettina Wiebers.
Für das gemeinsame Ziel, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken, bedarf es einer auskömmlichen Finanzierung. "Wenn wir jetzt Beratungsangebote streichen, fällt uns das später vor die Füße", so Jacqueline Bartz. Sie weiß aus langjähriger Erfahrung: "Die meisten Menschen, die zu uns kommen, sind willens zu arbeiten und sich zu integrieren. Deshalb müssen wir den Fokus auf Integration, Beratung und Sprachkurse legen."
Auch Melania Neumann, Kreisrotkreuzleiterin DRK Kreisverband Lippstadt-Hellweg, gab dem Landtagsabgeordneten die Bitte mit auf den Weg, sich für Bürokratieabbau auch im Katastrophenschutz und bei Rettungsdiensten starkzumachen. Denn der ständig zunehmende Umfang an Verwaltungsaufgaben schrecke Ehrenamtliche dort immer häufiger ab.
Jörg Blöming dankte den Vertreterinnen der heimischen Wohlfahrtsorganisationen für die Anregungen und stimmte zu, dass Nordrhein-Westfalen ein Riesenproblem mit Bürokratie habe. "Da sind wir dran, aber es liegt noch einiges an Arbeit vor uns, um schneller und besser zu werden."