Jörg Weber und Michaela Struschka und Türkan Eroglu
"Hier mal eine sehr schöne Rückmeldung": Mit diesen Worten leitete Weber den Brief weiter, in dem Türkan Eroglu zusammenfasst, was die sechs Monate im CaKau für sie bedeuten. So eindrucksvoll gelang ihr das, dass Fachbereichsleiterin Burgis Korte ihr Schreiben mit den Worten "Lesenswert. Tut gut!" kommentierte. Und Vorstand Thomas Becker gliederte den Brief von Türkan Eroglu bei der jährlichen Leitertagung in die Rubrik "Die gute Nachricht/Das kleine Wunder" ein.
"Ich war mit euch allen sehr glücklich”. Mit diesem Satz beginnt die 45-jährige Türkan Eroglu ihren langen, sehr gefühlvollen Brief, zu dem sie im späteren Gespräch hinzufügt: "Es ging eigentlich um Bemerkungen, was wir zu unserem Kurs noch sagen wollten. Da habe ich einfach meine Gefühle beschrieben." Das hat sie so zusammengefasst: "Was ich von euch allen in 6 Monate bekommen habe, kann ich nicht zählen, zu vieles. Freude, Lächeln, Vertrauen, Schokolade, Liebe. Ich konnte bei euch beten, was für mich sehr wichtig war. Einen großen Dank an euch allen. Ich werde oft an euch denken und bis ich sterbe, für euch beten."
Bevor der Brief vollständig folgt, soll Türkan Eroglu noch vorgestellt werden. Sie kam mit vier Jahren nach Deutschland, lebte in Soest, besuchte dort die Petrischule mit Hauptschulabschluss 9.Klasse, heiratete, zog mit ihrem Mann nach Werl und bekam drei Kinder. Dort engagiert sie sich im Moscheeverein, denn sie sagt "Sozial helfe ich gern". Vom Jobcenter Werl wurde sie für sechs Monate in eine sechsmonatige Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung vermittelt. Vom August 2015 bis zum Februar 2016 arbeitete sie täglich vier Stunden im Textil-Verkauf. Anleiterin Michaela Struschka erkannte schnell, wie engagiert die neue Mitarbeiterin war. Innerhalb kürzester Zeit arbeitete Frau Erogan selbstständig und ging mit Freude und Herzlichkeit auf jeden Kunden zu: "Mit Menschen jeder Farbe, jeden Alters und jeder Religion ist sie sehr gut ausgekommen."
All diese Erfahrungen fließen in den Brief ein, den Türkan Eroglu schrieb. Er wird hier weitgehenst in der Originalfassung veröffentlicht: "Bei Caritas habe ich gelernt wie die Obdachlosen, Arbeitslosen, Reichen, die ein Einkommen haben, den es finanziell gut geht, zusammenkommen und zueinander helfen. Das zeigt mir nicht nur die Geld zählt, sondern auch Menschlichkeit, Zusammensein, die Liebe, von jede Kulturen zusammen lachen können. Ich danke Euch einzeln.
Habe viel Menschenkenntnisse gesammelt. Bei Caritas war das schönste von jede Welt, jede Nationalität, verschiedene Kulturen, Religion. das ist sehr wichtig. Habe gesehen, wenn man gleiches Ziel hat (arbeiten). dann kann man auch friedlich miteinander leben. Bei uns Türken ist ein Tradizion (Drahtziehen), wenn ein Mensch dir eine Tasse Kaffee schenkt, den muss man 40 Jahre Treu, dankbar, Respekt geben. Was ich von euch allen in 6 Monate bekommen habe kann ich nicht zählen, zu vieles. Freude, Lächeln, Vertrauen, Schokolade, Liebe. Konnte bei euch beten was für mich sehr wichtig war.
Ein großen Dank an euch allen. Ich werde oft an euch denken und bis ich sterbe an euch beten. Allah
(Gott) soll euch von schlechte Taten bösen Augenblicke schützen, Amen. Helfende Menschen geben Hoffnung und Hoffnung ist Gold wert.
Draußen im Welt ist man alleine. Also eine Fremde. Im Caritas ist man Bruder, Geschwister, die zusammen sind und die Hand den anderen gibt, dabei nicht die Religion und nicht die Farbe guckt, sondern den ganzen Menschen guckt, was die Welt vergessen hat.
Bitte teilt die Liebe weiter, weil jeder Mensch Anerkennung und Liebe braucht.
Türkan Eroglu